28 Tage Kanada Rundreise - Unser Roadtrip durch Westkanada von Calgary nach Vancouver
- mmarconi36
- 15. Feb.
- 5 Min. Lesezeit
Ich habe lange von einer Kanada Rundreise geträumt.
Was ich nicht wusste: Dieser Roadtrip durch Kanada würde mehr verändern als nur meinen Standort.
Zwischen türkisfarbenen Gletscherseen, endlosen Wäldern , Schwarzbären am Flussufer und der rauen Küste von Vancouver Island habe ich nicht nur die beeindruckendsten Landschaften Westkanadas entdeckt, sondern auch eine neue Form von Ruhe.
Diese Reise war mehr als eine Route auf der Landkarte.
Sie war Weite. Stille und ein Stück Heimkommen.
Unsere Reise begann in Calgary und führte uns über Canmore, Jasper und dem legendären Icefield Parkway bis nach Vancouver - mit Abstechern nach Clearwater, Kelowna,Chilliwack, Quadra Island, Ucluelet und Victoria.
Schon der erste Morgen in Canmore machte mich sprachlos. Die Berge ragten wie riesige Wächter über der Stadt, und ich dachte nur:
Wie kann es hier so schön sein?



Es war der Moment, in dem ich mich das erste Mal verliebte – in die Rockies, in die klare Luft, in dieses Gefühl, wieder ganz bei mir zu sein.
Dieser Roadtrip sollte einer werden, der mich tief durchatmen ließ.
In Kananaskis wurde die Welt stiller. Berge, die sich in glasklaren Seen spiegelten. Ein Picknick, das unser Guide Matt für uns organisiert hatte.
Unforgettable.
Laut und wild war unser Besuch auf einer Huskyfarm, eine Tour durch die Wälder voller Energie und Begeisterung.
Ganz anders – und doch genauso besonders –
die jährlichen Canmore Highland Games.
Schottische Kultur, die gefeiert und zelebriert wird.
Ein familiäres Fest mit Herz, Musik und viel Lachen.


Der Icefields Parkway hat mich überrumpelt.
Die Größe. Die Weite. Dieses Gefühl, winzig zu sein und gleichzeitig so lebendig.
Man kann es nicht beschreiben – man muss es erleben.





Die Straße führte uns weiter bis nach Jasper.
Ein Ort, der 2024 von schweren Waldbränden gezeichnet wurde.
Dieses Ausmaß an Zerstörung zu sehen, machte mich traurig – und zugleich demütig. Und doch erholt sich die Natur langsam, aber sichtbar.
Am Athabasca River und auf den Wiesen am Stadtrand grasten ganze Herden von Elchen, als wollten sie sagen: Wir sind noch da.
In Jasper trafen wir Matricia Brown, Künstlerin und Unterstützerin der indigenen Kultur. Wir saßen lange zusammen, sprachen über Traditionen und Geschichten und fertigten unter ihrer Anleitung Schmuck an. Es war mehr als ein Workshop – es war Begegnung.



Durch die Rockies ging es weiter nach Clearwater, dem Tor zum Wells Grey Provincial Park, bekannt für spektakuläre Wasserfälle.
Wir übernachteten in einer Hütte mitten im Wald, kein Strom, kein WLAN –
„for Vikings only“ , The BlueStone Acres.
Romantischer kann man kaum wohnen.
Und dann dieses kleine Restaurant im Ort: das legendäre Hop “N” Hog Tap & Smokehouse, ein kulinarisches Erlebnis, das ich zu Hause definitiv vermissen werde.
Ein absolutes Highlight war unsere Riversafari auf dem Blue River.
Ich werde nie den ersten Schwarzbären vergessen, den wir dort entdeckten. Gemächlich kletterte er zwischen den Felsen umher und suchte nach Beeren, während wir ihn vom Boot aus beobachteten.
Ein Moment, der sich für immer eingebrannt hat.




Nach so viel Bergwelt fühlte sich Kelowna im Okanagan Valley fast mediterran an. Weinberge, kleine Cafés ,schöne Weingüter mit excellenten Restaurants– alles wirkte leicht und entspannt.
Die Seele kam hier auf ihre Kosten. Und die Kalorien? Die strampelten wir auf dem 24 Kilometer langen Trail der Kettle Valley Railway wieder ab. Mit Streifenhörnchen als niedlicher Motivation am Wegesrand.


Chilliwack war zunächst nur als Zwischenstopp geplant – und wurde doch mehr. Riesige, moosbewachsene Bäume führten uns zu den Bridal Falls. Die Landschaft hatte sich verändert: weite Landwirtschaftsflächen, endlose Blaubeerfelder.
Der Ort selbst überraschte mit farbenfrohen Murals, die ganze Häuserwände schmücken. Kunst mitten im Alltag – und plötzlich bekam die Reise einen neuen Ton.


Auf Quadra Island wanderten wir durch hunderte Jahre alte Wälder, die nach Regen und Moos dufteten.
Wir wohnten in einer Cabin des Jade Resorts am Wasser, auf dem das Abendlicht golden glitzerte.
Und dann endlich wieder Schwarzbären.
Ich werde nie vergessen, wie wir am Fluss standen und einen Bären beobachteten, der ruhig und konzentriert nach Lachs griff. Ich war überwältigt – aber nicht ängstlich. Eher dankbar. Einfach da sein zu dürfen. Das sehen zu dürfen.


Der Flug mit dem Wasserflugzeug war einer dieser Momente, in denen ich lachen musste, weil ich nicht wusste, wohin mit all der Freude.
Wir flogen die Postroute an einem späten Nachmittag. Die Sonne stand tief, das Licht leuchtete orange-rot – und alles fühlte sich unwirklich schön an.

Ein weiterer besonderer Tag war unsere Grizzly-Tour mit Indigenous Guides am Campbell River. Es war mehr als ein Ausflug. Es war ein Zuhören, ein Lernen, ein Verstehen. Ihre Ruhe und ihr tiefer Respekt vor der Natur haben mich nachhaltig beeindruckt.


Ucluelet hat sich unerwartet tief in mein Herz geschlichen. Dieser kleine Ort an der wilden Westküste von Vancouver Island hat etwas Raues, Ehrliches und zugleich unglaublich Beruhigendes.
Der Wild Pacific Trail war einer dieser Wege, auf denen ich das Gefühl hatte, dass die Natur direkt mit mir spricht. Die Wellen krachten unermüdlich gegen die Felsen, der Wind roch nach Salz und Freiheit. Wir standen lange an den Aussichtspunkten und ließen zu, dass unsere Gedanken leiser wurden.
Ucluelet war nicht laut. Nicht spektakulär im klassischen Sinne.
Aber es war ein Ort, an dem ich Ruhe gefunden habe – und vielleicht auch ein Stück von mir selbst.
Die alten Zedernwälder rund um Tofino und Ucluelet haben mich tief berührt. Zwischen Bäumen zu stehen, die seit Jahrhunderten, manchmal seit über tausend Jahren hier verwurzelt sind, verändert etwas. Diese Wälder sind mehr als Natur – sie sind Geschichte. Stille. Kraft.




Victoria war sanft und fast ein wenig europäisch, in Adela´s Breakfast fühlten wir uns pudelwohl.
Wir ergriffen die Gelegenheit für eine Fahrt mit einer Rikscha, und waren mit "Off the eaten track" auf einem sehr lustigen Stadtspaziergang unterwegs.


Vancouver dagegen vibrierte – laut und leise zugleich, wunderschön gelegen zwischen Meer und Bergen. Es gibt so unendlich viel zu entdecken, hier könnte man alleine 14 Tage verbringen.
Ich mochte beide Städte. Aus ganz unterschiedlichen Gründen.




Was bleibt – und warum ich Kanada im Herzen trage
Wenn ich an diese 28 Tage zurückdenke, sehe ich nicht nur Landschaften vor mir, sondern vor allem Begegnungen. Freundliche Worte. Kleine Gespräche. Diese selbstverständliche Offenheit.


Ich bin zurückgekommen mit einem Kopf voller Bilder und einem Herzen, das größer geworden ist.
Mit stillen Orten, die mir geholfen haben, wieder klar zu sehen.
Kanada ist ein Land, das Platz schafft – außen und innen.
Eure Monika




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